Alle guten Dinge sind Drei – Shodan für Tanja, Max und Michael

K800_DSC_0222Der 1. Dan ist im Leben jedes Kampfkunstübenden immer etwas ganz Besonderes. Zum letzten mal wechselt die Gürtelfarbe. Man bekommt ihn nur einmal, und auch wenn der Shodan erst der Beginn einer langen Reise ist und noch viele weit anspruchsvollere Prüfungen folgen werden, ist dieser Augenblick doch ein ganz besonderer und einzigartiger. Die Frucht langer Jahre schweißtreibenden Trainings, immer wieder an seine Grenzen zu stoßen und irgendwann darüber hinaus zu wachsen, den Motivationstiefs, der eigenen Bequemlichkeit und den Verlockungen anderer Freizeitbeschäftigungen niemals oder nur selten erlegen zu sein und unbeirrbar seinem Weg zu folgen, egal wie lange es dauert. Nun ist es soweit, die große Prüfung ist bestanden. Ein Grund auf sich stolz zu sein!

 

Geschichte:  Kanō Jigorō, der Begründer des Jūdō, hat als einer der ersten Graduierungen für seine fortgeschrittenen Schüler eingeführt. Mit der wachsenden Popularität des Jūdō und dem damit einhergehenden Anstieg der Schülerzahl, kam er wohl nicht mehr drum herum. Funakoshi Gichin, der sehr gut mit Kanō befreundet gewesen war, hat dieses Graduierungssystem dann von Kanō übernommen.

Kanō unterschied zunächst nur Mudansha (無段者) und Yūdansha (有段者), also Schüler ohne Graduierung und Schüler im Besitz einer Graduierung. Später kamen dann noch die Kyūränge dazu.

 

級 – Kyū – Klasse, Rang

段 – Dan – Grad, Rang, Stufe, Level

Im Shorinji Kempo wird unterschieden zwischen Minarai (Weißgurt), Kyudansha (Gelb-, Grün- und Braungurt) und Yudansha (Schwarzgurt).

Rangsystem des Shorinji Kempo

Dan-Grad 1. Dan 2. Dan 3. Dan 4. Dan 5. Dan 6. Dan 7. Dan 8. Dan 9. Dan
Aussprache Shodan Nidan Sandan Yondan Godan Rokudan Nanadan Hachidan Kudan
japanisch 初段 二段/弐段 三段/参段 四段 五段 六段 七段 八段 九段

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Der Kuro Obi (黒帯), also der schwarze Gürtel, ist für viele Neulinge so etwas wie der heilige Gral. Am Anfang scheint er unerreichbar und nur ein Traum zu sein, aber wenn man lange genug durchhält, wird er immer mehr zum erreichbaren Ziel und wird von Jahr zu Jahr greifbarer.

Immer wieder werde ich gefragt, wie lange es ungefähr dauert, bis man den schwarzen Gürtel erreicht. In Europa benötigt ein Kenshi 6 – 10 Jahre – je nach Trainingsfleiß und Talent. Das ist eine lange Zeit. Es gibt durchaus auch Stilrichtungen mit weit weniger Techniken, in denen man schon nach 1 – 3 Jahren den Schwarzgurt erreichen kann. In den klassischen Budo-Disziplinen, wie z.B. Aikido, Judo oder Karate muss man allerdings – wie auch im Shorinji Kempo – 6 bis 10 Jahre veranschlagen.

Shodan – der erste Schwarzgurt – der erste Meistergrad. Auf der einen Seite hat man etwas Großartiges erreicht, hat viel Zeit und Energie aufgewendet und mit viel Engagement und Willen viele Jahre trainiert und gelernt – aber auf der anderen Seite fängt nun der Weg erst an. Als Shodan ist man noch lange kein Meister seiner Kampfkunst. Man ist allerdings in der Lage, seinen Körper und seine Gliedmaßen einigermaßen koordiniert zu benutzen. Ab dem Erreichen des Shodan, heißt es, kann das Lernen beginnen. Da man sich nicht mehr so auf die Ausführung der Bewegungen konzentrieren muss, kann man sich nun den darunter liegenden Prinzipien widmen, man versteht die Zusammenhänge der Techniken besser, hat ein gutes philosophisches Grundwissen und kann nun seine Kunst besser verstehen lernen.

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Der scheinbar endlose Weg eines Kenshi bis zum Erreichen des Dan erscheint nun im Verhältnis zu dem, was noch vor einem liegt, gar nicht mehr so groß. Erst mit Erreichen des Shodan erkennt man, dass der wahre Weg noch zu meistern ist. Erst mit der Zeit begreift man die Zusammenhänge und tastet sich Schritt für Schritt weiter. Der Weg des Kenshi beginnt damit, immer wieder die Bewegungen seines Lehrers zu wiederholen und sich dessen Form anzueignen (Shu) und führt ihn nun über die Ha-Stufe (Anpassen der Technik unter Beibehaltung der richtigen Form und unter Berücksichtigung Ihres Zweckes) schließlich zur Ri-Stufe (eigene kreative Note, welche weder aufgezwungen noch unnütz sein darf und die fundamentalen Prinzipien der Technik berücksichtigen muss). Doch dieser Prozess ist ein Prozess, der ein Leben lang andauert und ständig Auswirkungen auf das Leben eines Kenshi hat. Die Lebensweise eines Kenshi wirkt aber wiederum auf sein Verhalten im Dojo ein. Es entsteht also eine Wechselwirkung bis hin zur Verschmelzung.

Der Kenshi trainiert nun nicht mehr Shorinji Kempo, sondern er lebt es.

Yudansha –  die unteren Schwarzgurt-Graduierungen – werden wie folgt differenziert:

  1. Dan – Der Suchende
  2. Dan – Am Anfang des Weges
  3. Dan – Der Anerkannte Schüler
  4. Dan – Der Technische Experte

Kodansha – die hohen Meistergrade beginnen ab dem 5. Dan

 

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Tanja Wolf:

Training begonnen im März 2009, 7 Jahre und 3 Monate Training, Teilnahme an mehreren Gasshukus in Deutschland, Italien und Portugal, 4. Platz EM 2015, Schwäbische Meisterin 2016

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Maximilian Uhl:

Training begonnen im Sep. 2008, 7 Jahre und 9 Monate Training, Teilnahme an mehreren Gasshukus in Deutschland und Portugal, Teilnahme an der EM und an einigen Embukais in Deutschland

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Michael Bartsch:

Training begonnen im Sugakusa Dojo von Wunderle Sensei im März 1987, 3rd Kyu 1999, bei mir 5 Jahre und 7 Monate, Teilnahme am World Taikai 1989 in Japan und an mehreren Gasshukus in Deutschland, sowie zuletzt 2015 an der EM in Portugal.

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Herzlichen Glückwunsch!

Manfred Birling / Bobingen Branchmaster

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