Briefe aus China

14.4.08

Verehrter Wunderle Sensei!

Seit drei Wochen bin ich jetzt hier in China.

Es gefällt mir hier sehr gut und ich habe auch schon etliche Stunden unterrichtet. Die chinesischen Studenten sind ganz besonders nett. In der Stadt war ich noch nicht oft, komme aber glaube ich, ganz gut zurecht. Zum Chinesisch lernen habe ich leider wenig Zeit, hoffe aber, dass ich doch einiges schaffen werde. Ich wohne hier im Wohnheim für ausländische Studenten. Internet und Mensa gibt es im Haus. Zum Postkarten kaufen und schreiben bin ich noch nicht gekommen, ich bin ja noch einige Zeit hier.

Viele Grüße aus Qingdao, Bernhard Schwägele


18.04.2008

Sehr verehrter Wunderle Sensei!

Viele Dank für Ihre Antwort

Man spricht darüber und ich wurde auch schon darauf angesprochen. Man ist sehr verärgert über die westliche Presse und die Bundesregierung. Scheinbar wurde auch ein Bild aus Nepal, als aus Tibet stammend, ausgegeben, worüber man hier besonders verärgert ist. Man muss sehr vorsichtig sein, was man sagt. Die Menschen sind aber zu mir persönlich weiterhin sehr nett. Es täte mir sehr leid, wenn diese Menschen enttäuscht würden, sie alle freuen sich so auf die Olympischen Spiele, die ja auch hier in Qingdao (Segeln) stattfinden sollen und geben sich große Mühe (viele Studenten helfen bei der Organisation oder engagieren sich anderweitig).

Ab der kommenden Woche hoffe ich, mehr Zeit fürs Chinesisch zu haben, möchte aber weiterhin viel unterrichten.

Viele Grüße, Sayonara, zai jian, Ihr Bernhard Schwägele


20.04.2008

Sehr verehrter Wunderle Sensei!

Das ist sehr freundlich von Ihnen, wenn ich ein paar schöne Fotos habe, werde ich sie Ihnen zumailen. Vielleicht auch ein paar Bilder mit meinen Studenten zusammen, ich muss sie fragen.

Herzliche Grüße, Sayonara Ihr Bernhard Schwaegele


20.04.2008

Sehr verehrter Sensei!

Ihre Mail wegen der Trommel habe ich jetzt ausgedruckt und zeige sie am Mittwoch einem chinesischen Lehrer, mit dem ich mich ganz gut verstehe und der auch das klassische Chinesisch kann.

Auch ich hoffe, etwas Chinesisch zu lernen, aber z.Z. muss ich meine Aufgabe als Lehrer sehr ernst nehmen, um ein Semester Verlängerung zu bekommen und ich muss den Studenten nutzen, so gut ich kann. Ich werde aber sicher noch Zeit dafür finden, jetzt, da ich endlich einen festen Stundenplan haben werde. Ich möchte gerne viel von China sehen und erleben, aber jetzt bin ich hier Lehrer und muss für die Studenten das Beste tun, was ich tun kann, alles Andere kommt danach.

Wegen des Fotos bin ich noch nicht dazu gekommen, die Studenten zu fragen. Ich möchte ihnen auch erklären, was Shorinji Kempo ist und dass diese Japaner und Mitglieder aus allen Ländern auch China mögen und ihnen auch Ihre Homepage zeigen (in meinem Herzen möchte ich „unsere“ sagen, aber wenn mich mein Weg weiterhin nach China führt und das wünsche ich mir sehr, auch wenn es immer wieder auch Enttäuschungen und Rückschläge gibt, (es gibt auch sehr schöne Erlebnisse, v.a. mit den Studenten, die mir sehr am Herzen liegen) werde ich keine Gelegenheit haben, wieder Mitglied zu werden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt?)

Eigentlich haben Sie mich nach China geschickt!

Ich freue mich über Ihre Nachricht, verehrter Sensei und noch mehr, Ihnen behilflich sein zu können.

Herzliche Grüße aus Qingdao, Sayonara, zai jian, Ihr Bernhard


21.04.2008

Sehr verehrter Wunderle Sensei!

Vielen lieben Dank für Ihre Mail! Ja und Nein. Ich habe mich sehr schnell an die Umstände hier gewöhnt, aber zum Chinesisch lernen und für private Kontakte fehlt mir die Zeit, was mir sehr weh tut. Aber meine Studenten entschädigen mich dafür durch ihre Freude und ihre Dankbarkeit. Von Sechaun habe ich hier nur von meinen Studenten gehört. Ich habe auch hier im Wohnheim gespendet. Auch ich habe als erstes gelesen, dass als erstes sogar japanische Hilfe angenommen wurde und war sehr froh darüber, weil das bedeutet, dass China nicht versucht, so zu tun, als könne es das alleine bewältigen.

Ich habe schon im Internet gesehen, dass sich Shorinji Kempo gut verbreitet, auch, dass Sie sich Ihrer ersten Ableger erfreuen können, ist ein großes Zeichen für eine bessere Welt.

In Qingdao war es die letzten Tage sehr regnerisch, aber seit gestern ist es schön. Windig und kalt ist es aber immer noch die meiste Zeit, eben am Meer (ein richtiges Meer).

Ihre lieben Grüße werde ich meinen Studenten ausrichten und ich denke, das wird es mir sehr erleichtern, ein gutes Foto für Ihre (ich fühle immer noch – unsere) Homepage zu machen. Sie sehen, verehrter Meister, dass ich Ihre Wünsche nicht vergessen habe. Wegen der Trommel, habe ich gestern mit einem Japaner gesprochen, der mir versprochen hat, mir zu helfen, die Trommel hier in Qingdao zu kaufen. Der Chinesische Lehrer wusste nicht, wo es so eine gibt.

Herr Nurnberger (Berufsschulprojekt von der Hans Seidel-Stiftung in Pingdu, Shandong hat mir gesagt, dass es jetzt schon sehr schwer ist, wirtschaftlich in China Fuß zu fassen und er von jedem Joint-Venture abrät, die meisten werden von ihren chinesischen Partnern ausgenutzt. Wenn ich konkreteres wüsste, kann ich weiter nachfragen, ob das Aussicht hat und an wen man sich wenden muss. China ist nicht so einfach, auch guten Unterricht zu machen, reicht nicht, man muss Beziehungen erlangen, sonst hat man keine Chance. Ich bin bei den Studenten beliebt, die Mehrheit der Lehrer unterstützt mich, ich mache guten Unterricht, auch dann kann mir weder ein Deutscher noch ein Chinese prophezeien, wie es ausgeht.

Was ich nicht wusste, ich bin der erste Student aus Deutschland, der hier die normalen Klassen unterrichtet, jetzt sogar Master-Studenten, ich unterrichte seit meiner ersten Woche und seit der zweiten 10-14 Stunden die Woche. Das trägt mir bei vielen Hochachtung ein, aber auch Neid von den chinesischen Lehrern.

Dass Sie meinen Studenten Grüße ausrichten, freut mich ganz besonders und ich werde sie weiterleiten. Das erleichtert mir auch, ein schönes interkulturelles Foto für Ihre Website zu machen. Da muss man diplomatisch sein und abwarten.

Wie es mir eigentlich geht? Das wäre eine lange Geschichte, die vor drei Jahren in China beginnt und jetzt, wieder in China überwunden wird, so hoffe ich. Einsam fühle ich mich manchmal und verzweifelt, weil ich keine Zeit habe, Chinesisch zu lernen und Freunde zu finden . Aber z.B. letzten Samstag haben zwei Studenten aus einer anderen Klasse nach dem Unterricht auf mich gewartet und mich zum Bier eingeladen. Da habe ich mich sehr glücklich gefühlt.

Besonders Ihre Teilnahme und Ihr Interesse, verehrter Sensei, ehrt mich sehr und unterstützt mich.
Ihre Wünsche zu erfüllen, werde ich mein Bestes tun, danke für Ihr Vertrauen in mich.

Viele Grüße, Ihr Schüler Bernhard Schwägele

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