Als Au Pair Mädchen in Japan

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Bericht von Eileen Brütting Kenshi 

In dem typisch japanischen Stadtteil Kugahara,Tokyo, befindet sich im “Keller” des Hauses der Familie .. das “Kugahara Dojo”. Jeden Mittwochabend und Sonntagmorgen findet dort das Training statt, wobei Sonntags meist alle Kenshi da sind.  Ein „typisches“ Training sieht meistens wie folgt aus: Nach einem kurzen Aufwärmtraining, wird – auch relativ kurz – Kihon geübt. Anschließend holt sich jeder Kenshi einen der zahlreichen Do und man trainiert mit einem Partner die Goho-Techniken. Danach gibt es – wenigstens im Sommer – meistens eine 3-minütige Pause.

Dann wird das Chinkon-Gyo vorgetragen. Das Besondere ist, dass sie sich nicht nur in jedem Training die Zeit dafür nehmen, sondern, dass es auch auf einer alten,  japanischen Schriftrolle niedergeschrieben ist. (Anm. von Birling Sensei: Die Rolle kann man im Hombu kaufen und das Dojo Bobingen benutzt seit September diesen Jahres ebenfalls eine solche Rolle). Nach einer kurzen Meditation, spricht der Sensei noch über ein Thema aus der Philosophie oder auch einfach aus dem Alltag. Obwohl sie das jede Stunde machen, bleibt immer noch genug Zeit für das Training. Danach werden meist die Juho-Techniken trainiert. Da am Sonntag das Training länger ist und auch mehr Kenshi da sind, werden dort dann auch Dinge wie Ukemi trainiert oder man übt bestimmte Bereiche intensiver.

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Nach dem Training nimmt sich jeder Kenshi (außer die Schwarzgurte) einen Lappen und putzt auf “japanische Weise” den Boden des Dojos. Danach ist es – zumindest im Kugahara Dojo – der Brauch, dass man sich beim Sensei eine kleine japanische Süssigkeit (Bonbon o.ä.) abholen darf. Mich hat das sehr überrascht, aber ich finde, dass es eine wirklich schöne Tradition ist..nicht weil man Süsses bekommt, sondern einfach die Geste an sich.

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Außerdem wird weniger streng auf die Kleiderordnung, dafür aber mehr auf die Haltung der Hände (auch beim „normalen Stehen“ – man darf die Fingernägel nicht sehen) geachtet.

Natürlich werden auch einige Techniken und Bewegungen etwas anders ausgeführt als bei uns.

Was ich persönlich auch sehr toll und interessant finde, ist, dass der Sensei auch nur für zwei Personen oder wahrscheinlich sogar auch nur für eine Person Unterricht gibt und das ihn auch nicht weiter stört: Die letzten Mittwochabende war ich – zumindest anfangs – meistens alleine, da die Älteren in Japan meist bis 8 oder 9 arbeiten müssen und die Kinder im Moment Prüfungszeit haben. Obwohl wir dann eben nur zwei – 4 Kenshi waren, hat der Sensei trotzdem das Training mit Freude durch gezogen. Eigentlich gefallen mir diese Trainingsabende sogar besser, da man intensiver und besser trainieren kann und meist auch „besondere Trainingsmittel“, wie zum Beispiel der Sandsack oder das Gummi-Katana ins Training mit einbezogen werden.

Ich durfte bereits bei einem Embu-Wettbewerb mitmachen, die in Japan um einiges grösser, länger und eindrucksvoller sind als in Deutschland. Außerdem bin ich gerade dabei meine Prüfung zum 2 Kyu abzulegen:

Zum Abschluss noch ein kleines Fazit meinerseits: Ich liebe das Kugahara Dojo und fühle mich dort richtig wohl. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit und sie haben mich sehr nett aufgenommen. Das Training gefällt mir sehr gut. Zum einen wegen der Philosophie, aber auch weil immer mit dem Do und auch mit anderen Trainingsmitteln trainiert wird.

Ich freue mich daher sehr, dass ich im Kugahara Dojo für ein Jahr trainieren darf und glaube, dass ich mich während dieser Zeit gut entwickeln kann.

Eileen Brütting / Tokyo

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