Augsburg (Sugakusa)

Neues aus Japan (Ein Erlebnisbericht – Teil 2)

 

 





Neues aus Japan
(Teil 2)
Ein Erlebnisbericht von unserem Dojo-Mitglied Michael Nauwarat

 

 

 

 

 

05.04.2008
Am letzten Wochenende war offiziell das Kirschblütenfest, das Hanami! Leider hat das Wetter nicht so gut mitgespielt! Trotzdem waren wir am Samstag Abend beim Grillen in einem Park in der Nähe meiner Unterkunft und es hat zum Glück nicht geregnet. Zur Zeit sehe ich immer auf dem Weg zur Arbeit jede Menge Kirschbäume blühen, die vorher so unscheinbar gewirkt haben. Und es ist keine Untertreibung: Die Kirschblütenzeit ist wirklich wunderschön - die Temperaturen steigen und der Frühling wird eingeläutet!

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Ich war auch schon auf dem Tsukiji Fischmarkt. Der Fischmarkt ist schon in der Nacht belebt und es wird schon früh am Morgen mit allerlei Meeresgetier gehandelt. Zwei Bekannte und ich hatten uns für die erste Bahn nach Tokyo um 5 Uhr verabredet und waren dann um ca. 6 Uhr in Tokyo am Fischmarkt. Die meisten Tunfischauktionen waren da schon vorüber. Bei diesen Auktionen wird mit großem Gerufe verhandelt und geboten.

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Das war für mich das erste Mal, dass ich einen richtigen Thunfisch gesehen habe - es gab riesige Exemplare, die dann je nach Gewicht und Qualität mehrere Zehntausend EURO kosten können! Es war sehr voll dort, die Händler hatten neben ihren Verkaufsständen noch zum Transport kleine benzinbetriebene Wagen, auf denen sie standen und hinten aufgeladen ihre Ware herumkarrten. Da darf man als Tourist ja nicht im Weg stehen!

Nach dem Rundgang durch den Fischmarkt haben wir uns gleich in einem der anliegende Lokale den frischesten Sushi  zum Frühstück gegönnt, den ich je gegessen habe.

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Noch am selben Tag war ich dann in der Tempelanlage Asakusa Kannon (Senso-Ji) in Tokyo, die eine der bedeutensten in Japan ist. Der Tempel entstand ursprünglich Mitte des siebten Jahrhunderts n. Chr. und wurde zu Ehren der Göttin Kannon aufgestellt. Diese wurde zu jener Zeit angeblich von zwei Fischern in deren Netz gefangen und danach wieder freigelassen. Leider wurde die Anlage im Zweiten Weltkrieg zerstört, so dass die Gebäude und Tempel alles Nachbauten sind. Trotzdem ist dieser Ort eine schöne Abwechslung in der restlichen Hektik in Tokyo.

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Am Abend auf dem Rückweg bin ich durch Shibuya gekommen, der Stadtteil Tokyos mit der belebtesten Kreuzung der Welt. Dort schalten die Ampeln nicht kreuzweise wie bei uns, sondern entweder auf eine der beiden Straßenrichtungen für die Autos oder auf Komplett-Fußgänger, die dann quer über die Straße laufen können (und das auch in Massen tun!).

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traningsplan_320x200 Zur Zeit gehe ich mehr oder weniger regelmäßig ins Training, denn was ich nicht gemerkt hatte ist, dass die Trainingszeiten eigentlich nicht regelmäßig sind. Es gibt immer einen monatlichen Trainingsplan, der die unterschiedlichen Tage, Zeiten und auch Trainingsstätten beinhaltet! Das hatte ich vergessen und bin dann auch schon mal erst zum Training gekommen, als es schon vorbei war. Aber jetzt werde ich das genauer beachten! Der neue Monatsplan beinhaltet, wie mir gesagt wurde, nicht nur normale Trainingseinheiten, sondern auch Sonder-veranstaltungen und Theorieunterricht.

Mein Anzug mit Namen in der größten Größe 5LB ist mittlerweile auch schon gekommen - das sind ja Welten zwischen meinem alten Dogi und dem neuen! Auch habe ich ein Tokuhon bekommen, das ist wie unser Fukudokuhon. Es ist in Englisch und hat ein komplett neues Layout und ist auf dem aktuellsten Stand. Nebenbei hat es auch genau die inhaltliche Aufteilung, wie sie den neuen Prüfungsthemen entspricht.

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Ich versuche nun auch mittwochs direkt nach der Arbeit ins Dojo zu gehen. Anfangs sind dann immer nur Kinder und Jugendliche dort, die Erwachsenen kommen nach und nach hinzu, sowie sie es aus der Arbeit schaffen. Trainingszeit ist normalerweise von 18 bis 21 Uhr.

Des weiteren war ich auch schon in einem Sento, was man mit einem Stadtbad vergleichen kann. Oft wird es auch von den Ausländern Onsen genannt, obwohl es keine Naturquelle ist. Die Badeprozedur aber ist die selbe: Man zieht sich ganz aus und duscht sich auf kleinen Schemeln ausgiebig und schrubbt sich von oben bis unten sauber. Die Becken dürfen nur nackt und komplett gesäubert betreten werden. Das einzige, was man mitnehmen darf ist ein kleines Handtuch für das Gesicht. In Deutschland habe ich oft gehört, dass viele es sich auf den Kopf legen, damit es beim Baden kühlt. Ein japanischer Ingenieur hat mir daraufhin aber gesagt, dass es einfach keine andere Ablage im Wasserbecken gebe! Das Bad hat mindestens zehn Becken mit unterschiedlicher Temperatur und Wasserart. Einige davon haben im Außenbereich künstliche Steingrotten-Arrangements. Es gibt auch ein Becken mit Traubenduft und das ist auch lila gefärbt, andere haben mehr Mineraliengehalt oder Massagedüsen. Nach einem Bad kommt man wie neugeboren heraus und fühlt sich richtig entspannt.

Noch einen guten Service gibt es hier: es fährt vom Sento ein kostenloser Shuttlebus zur nächsten Bahnstation.
Im Laufe meines Aufenthalts hier werde ich ebenfalls versuchen, ein natürliches Quellenbad - einen Onsen, zu besuchen.

 


Viele Grüße aus Japan

Eli

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Prüfung bestanden

Prüfung bestanden!

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